Grohe Objektreportagen
Grohe Objekt Spezial 06
Architekturlösungen für Wohngebäude

Zeitgemässes Wohnen mit nachhaltigen Lösungen

1. MAGAZINGEBÄUDE, DORTMUND

Westlich und östlich des Dortmunder Stadtteils Hörde entstand auf dem ehemaligen Hochofen- und Stahlwerksgelände PHOENIX einer der größten Innovationsstandorte Deutschlands. Auf einer Fläche von 200 ha wurde Raum für moderne Lebens- und Arbeitsformen rund um den neu angelegten Phoenixsee angesiedelt. Das Magazingebäude der ehemaligen Hermannshütte, das 1912 als reiner Funktionsbau errichtet wurde und ausschließlich zu Lagerzwecken diente, liegt am westlichen Teil des Sees. Nach einer umfangreichen Sanierung durch den Investor S|2 Immobilien- und Projektentwicklung GmbH aus Verl, bietet das fünfgeschossige Bauwerk nun Platz für exklusive Suiten, Maisonettewohnungen, Studios und Apartments.

Das ehemalige Magazingebäude ist ein exemplarisches Beispiel aus der Frühphase des Eisenbetonskelettbaus in Dortmund und wurde nach demselben Konstruktionsprinzip errichtet wie das Dortmunder „U“. Der Eisenbetonskelettbau bot den Vorteil, hohe Lasten aufnehmen zu können, räumlich flexibel, feuersicher und gleichzeitig sehr wirtschaftlich in der Bauphase zu sein. Die roten vorgesetzten Klinkerfassaden des 20 m hohen Vierflügelbaus sind durch Linsen in fünf bzw. sieben Achsen gegliedert über denen sich ein ziegelgedecktes Walmdach erhebt. Die Brüstungsfelder werden durch einen leichten Rücksprung hervorgehoben. Die repräsentative Klinkerfassade des Baus verschleiert seine ursprüngliche Funktion als Magazingebäude komplett. Auch die Lage der Geschossdecken ist an der Fassade nicht ablesbar, erst die Brüstungshöhen im Inneren ordnen sich der Funktion eines Lagergebäudes unter.

„BEREITS NACH DER ERSTEN BESICHTIGUNG DES MAGAZINGEBÄUDES WAR MIR KLAR, DASS ES ERHALTEN WERDEN MUSS. DIE INNERE STRUKTUR DES MAGAZINS MIT DEM LICHTDURCHFLUTETEN ATRIUM IN DER MITTE DES GEBÄUDES BIETET OPTIMALE VORRAUSETZUNGEN FÜR EIN EXKLUSIVES WOHNEN MIT HISTORISCHEM FLAIR.“
Thomas Schröder, S|2 Immobilien- und Projektentwicklung GmbH, Verl

Das mit Glas überdachte Atrium blieb erhalten und dient heute der zusätzlichen Belichtung der einzelnen Wohnungen. Von beiden Treppenhäusern und den Fahrstühlen aus gelangt man in diesen lichtdurchfluteten Kern des Gebäudes, über den die insgesamt 50 Wohneinheiten erschlossen werden. Die Wohnungen variieren von ca. 56 m² bis ca. 168 m² Wohn- und Nutzfläche. Sie konnten nach den Wünschen und dem Platzbedarf der Bewohner individuell gestaltet werden und sind jeweils mit einem Balkon oder einer Terrasse versehen.

Der leistungsstarke Filter der GROHE Blue® entfernt in einem fünfstufigen Reinigungsprozess selbst kleinste Partikel aus dem Wasser, während alle wichtigen Mineralstoffe erhalten bleiben.

Projekt I Magazingebäude, PHOENIX See living, Dortmund; Bauherr I S|2 Immobilien- und Projektentwicklung GmbH, Verl; Wohneinheiten I 50; GROHE Produkte I Armaturenlinie Eurocube, Armaturenlinie Concetto, GROHE Blue®, WC Rapid SL mit Abdeckplatte Skate Cosmopolitan, Grohtherm 3000 C UP mit Rainshower

 


2. HAUS OS, BERLIN

Eine ehemalige Markthalle in Schöneweide im Südosten Berlins ist heute Wohnsitz und Studio eines Künstlers. Nach dem Kauf seines Domizils beauftragte er das Berliner Architekturbüro Augustin und Frank, das dem in die Jahre gekommenen Bauwerk mit reduzierten Eingriffen zu neuem Glanz verhalf.

Von außen ließ der Künstler sein Haus dunkelgrau streichen und legte großen Wert darauf, die Graffitis an der Stirnseite des Gebäudes zu erhalten.

Die ursprüngliche Nutzung des um 1910 erbauten Gebäudes konnten der Künstler und der Architekt bei ihren gemeinsamen Recherchen im Planamt Köpenick nicht mehr ermitteln.
Die Bauakte beginnt erst im Jahr 1932 und beschreibt die Umnutzung des Hauptgebäudes in eine Markthalle. Der zweigeschossige nicht unterkellerte Bau mit preußischer Kappendecke über dem Erdgeschoss, wurde bereits in den Jahren 1971/72 zu einem behördlich genutzten Bürogebäude umgebaut. Damals wurde eine bestehende schadhafte Dachkonstruktion erneuert, in beiden Etagen ein Mittelflur mit flankierenden Büroräumen eingebaut und im Obergeschoss eine leichte wärmegedämmte Decke eingehängt.

Gemütliche Rückzugsorte strukturieren die großzügigen Flächen

Seit 2004 stand das Gebäude dann leer. 460 m² Nutzfläche auf zwei Etagen, eine Terrasse, ein kleiner nicht einsehbarer Innenhof, dazu angrenzende Freiflächen und ein benachbarter Parkplatz, umfassen das neue Zuhause. Das Licht, das der Künstler sich nicht verbauen lassen will, spielt im Inneren eine übergeordnete Rolle. Hell, großzügig und leicht soll alles sein. Bei ihren Planungen orientierten sich Augustin und Frank am früheren Zustand des Gebäudes und haben durch den Abriss der Trennwände und Unterdecken zwei klassische große Räume freigelegt, die Fabriketage und die Scheune. Ein Raum zum Arbeiten, ein Raum zum Wohnen. Alle neuen Konstruktionen und Materialien unterstützen diese einfache Idee. Aus 18 kleinteiligen Büros im Erdgeschoss wurde das Atelier mit einem seitlichen Anbau. Die Wände und die freigelegte Kappendecke sind in Weiß gehalten, ein kleines Bad wurde unauffällig in die Mitte des Raums eingeschoben. Großzügige Fenster bringen das gewünschte Licht in den Anbau.

Im Obergeschoss reduzierten die Architekten die ehemaligen Bürozellen und brachten in den fünf verbliebenen u.a. Schlaf- und Badezimmer unter, die mit Schiebetüren unauffällig vom Wohnbereich abgeschirmt werden können. Im hinteren Bereich der großzügigen Wohnfläche befindet sich die Küche aus schlichten weißen Kuben. Auch die freigelegte Fachwerkbinderkonstruktion macht einiges her, weiß gestrichen, gibt sie der großzügigen Wohnfläche einen ganz eigenen Rhythmus.

Die Wohnfläche im Obergeschoss mit Blick auf den Südostgiebel

Die äußere Hülle wurde nur geringfügig verändert. Merkmal und Zeichen der neuen Nutzung sind die große Öffnung mit Schiebeelement im Südostgiebel, in die ein Polykarbonat- Fenster gesetzt wurde, das sich komplett zur Seite schieben lässt, die außen bündig sitzenden Fensteraufdopplungen auf den bestehenden aufgearbeiteten Kastenfenstern und die voluminösen Rinnenkästen der neuen Dachflächen.
Diese bestehen aus einer Schalung aus OSB mit einem Warmdachaufbau. Die Dachflächen wurden mit schwarz beschieferten Bitumenbahnen belegt und mit zusätzlichen Lichtkuppeln versehen, die noch mehr Tageslicht spenden. Von außen ließ der Künstler sein Haus dunkelgrau streichen, aber die Graffitis an der Stirnseite des Gebäudes blieben erhalten.

Projekt I Haus OS, Berlin; Bauherr I Privat; Architekt I augustinundfrankarchitekten, Berlin; Tragwerksplaner I Pichler Ingenieure, Berlin; GROHE Produkte I Armaturenlinie Essence, Rapid SL, Abdeckplatte Arena, Rainshower Duschsystem, Küchenarmatur Minta

 


3. HAUS MOSKAU, BERLIN

Fünf Baugemeinschaften haben sich im Projekt Metropolis zusammengeschlossen, um ein lange Zeit brachliegendes und bis dahin unbeachtetes Areal südlich des Potsdamer Platzes mit neuem Leben zu füllen. Der Projektentwickler pro.b und das Stuttgarter Büro Steinhilber Plus entwickelten gemeinsam das städtebauliche Konzept für das Gelände am Gleisdreickpark: Drei u-förmige Blöcke bilden das Rückgrat zur Flottwellstraße und umschließen begrünte Höfe mit privaten Gärten sowie einen zentralen öffentlichen Platz. Im Zeitraum von 2011 bis 2014 wurden dort insgesamt elf Gebäude mit 180 Wohnungen realisiert. Mit der Fertigstellung des Haus Moskau ist die Ausführungsphase nun abgeschlossen.

Die Geschossgrundrisse wurden so angeordnet, dass die einseitig orientierten Wohnungen sich abwechselnd zur Straße oder zum Garten ausrichten.

Im Haus Moskau werden durch ein ausgeklügeltes System aus über- und ineinander geschachtelten Wohnungstypen eine Vielzahl unterschiedlicher Wohnformen angeboten.
Die Mischung aus großzügigen Familienwohnungen und Maisonetten, deren zwei Ebenen sich abwechselnd zur Straße oder zum Garten orientieren, spiegelt sich auch in der lebhaften Fassade wieder. Bodentiefe Fenster wechseln sich spielerisch mit luftigen Balkonen ab. Dem entsprechen im Inneren offene, lichtdurchflutete Räume mit viel Ausblick und hoher Wohnqualität. Die räumliche Verflechtung mit der Umgebung wird durch den fließenden Übergang zwischen Innen- und Außenraum unterstützt, mit den Balkonen, den Dachterrassen und den privaten Gärten auf der Hofseite.

Den Erdgeschosswohnungen sind jeweils kleine Privatgärten zugeordnet, die sich zu den gemeinsam genutzten, grünen Wohnhöfen ausrichten.

Das Haus Moskau verfügt über 16 Wohnungen und ein Atelier. Durch die bewohnerorientierte Planung war es den Bauherren möglich, ihre Grundrisse, im Rahmen der statischen und haustechnischen Gegebenheiten, individuell mitzugestalten. Alle Häuser sind Energiesparhäuser mit der Effizienzklasse KfW 55. Die Energieversorgung erfolgt über ein gemeinsames Blockheizkraftwerk.
Die Wohnungen sind zudem mit einer kontrollierten Lüftung mit Wärmerückgewinnung ausgestattet.

Die bewohnerorientierte Planung ermöglichte es den Bauherren, Grundrisse individuell mitzugestalten.

Projekt I Baugemeinschaft Metropolis, Haus Moskau, Berlin; Architekt I büro1.0, Berlin; Bruttogeschossfläche I 2.560 m2; Wohnfläche I 1.650 m2; GROHE Produkte I Armaturenlinie Lineare, Armaturenlinie Quadra,
Handbrause Tempesta